Paul Breitner: den Fuß am Ball und den Finger in der Wunde

Der am 5. September 1951 in Kolbermoor geborene Sohn eines Verwaltungsangestellten erlernte das Spiel mit dem runden Leder beim ESV Freilassing und das Spiel mit deutlichen Worten am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein. Sein Lebenslauf zeigt deutlich, dass er sich beiden Neigungen mit Trainingsfleiß, Ehrgeiz, Begeisterung und gottgegebenen Talent widmet. Von Pelé 2004 auf die Liste der 125 besten, noch lebenden Fußballer gesetzt, erfreut Breitner seine Fans auch nach seiner aktiven Karriere immer wieder mit wortgewaltigen Fouls und verbale Abseitsfallen.


Angriffslustig und geschickt mit dem Ball: „Schiri, pfeif ab. I mog nimmer.“


Im Jahr 1970 zeigte Paul Breitner seinem Studium an der Pädagogischen Hochschule in München die rote Karte und wechselte es gegen einen Profivertrag beim FC Bayern München. Aus dem Stürmer wurde ein „offensiver“, torgefährlicher Verteidiger, der sich im eigenen Land 1972 zum Europameistertitel und 1974 zum Weltmeistertitel flankte. Obwohl populärer Star der Bayern-Elf, wechselte er 1974 zum spanischen Eliteclub Real Madrid. Zur Saison 1977/78 kam er zurück in die Bundesliga mit Eintracht Braunschweig, nach nur einem Jahr spielte Breitner wieder für die Bayern, mit dem Stürmer Karl-Heinz Rummenigge als kongeniales Duo „Breitnigge“ auf allen Plätzen gefürchtet. Mit dem Sieg im DFB-Pokal beendete er 1983 seine aktive Laufbahn nach 285 Bundesliga-Spielen und 93 Toren.
Angriffslustig und geschickt mit Worten: "Man muss den Leuten was zum Reden geben."


Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Uli Hoeneß ließ sich Breitner schon 1978/79 von den Filmemachern Christian Weisenborn und Michael Wulfes eine Saison lang mit der Kamera begleiten, nach seiner aktiven Karriere arbeitet er als Schauspieler und Moderator und scheiterte1998 nur knapp vor der Torlinie zum Teamchef der Nationalmannschaft. Der jetzige Scout des FC Bayern München ist bekannt für skandalträchtige Aussagen zum Thema Fußball wie „Heute gilt: Safety first - zuerst mal nur nicht verlieren, “ und für ein skandalfreies Familienleben, denn „die Familie ist das Wichtigste in meinem Leben.“ Die Persönlichkeit Paul Breitner war und ist Lieblingskind und "enfant terrible" der Medien, war immer ein gefährlicher, direkter und geschickter Gegner auf dem Spielfeld und bleibt ein solcher in jedem Wortgefecht.