Franz Beckenbauer: „Nur einer kann Kaiser sein“

Am 11. September 1945 in München als Sohn eines Postbeamten geboren, krönte sich Franz Anton Beckenbauer mit sportlichem Ehrgeiz, göttlichem Talent und majestätischem Charisma zum Herrscher über ein 7.140 m² großes, grünes Kaiserreich.

Die erste Halbzeit: „Geht's raus und spielt's Fußball.“ (Beckenbauer)

Beckenbauers aktive Karriere als Fußballer begann beim SC 1906 München, später wechselte er zum FC Bayern München, mit der ersten Mannschaft der Bayern debütierte er im Alter von 18 Jahren . Ob bei den Rot-Weißen der Allianz-Arena, als Starspieler bei New York Cosmos oder bei den Rothosen des HSV, ob als Europameister oder Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft, das elegante, leichte, „brasilianische“ Spiel der Fußballlegende, gepaart mit deutschem Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein, machte Franz Beckenbauer zur „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“.

Zu seinen größten Spielererfolgen zählen die US-Meisterschaft 1977, 1978 und 1980 und die Deutsche Meisterschaft 1969, 1972, 1973, 1974 und 1982, außerdem wurde der Fußballkaiser 1972 Europameister, 1976 Weltpokalsieger und 1974 Weltmeister.

Die zweite Halbzeit: „Wenn er erklärt, dass der Ball eckig ist, dann glauben ihm das alle.“
(Trainer Otto Rehhagel)


Nach zwölf Jahren als Nationalspieler mit 103 Länderspielen und 14 Toren übernahm Beckenbauer 1984 die Deutsche Nationalmannschaft als Teamchef, führte die Mannschaft 1986 ins WM-Endspiel und krönte 1990 seine Karriere mit einem außergewöhnlichen Fußball-Kunststück: Franz Beckenbauer wurde nicht nur als Spieler (1974) sondern auch als Teamchef Weltmeister. Weltmeisterlich ist auch Karriere als Sportpolitiker und Funktionär sowie sein soziales Engagement. Wie er seine Mannschaft als Libero, Kapitän oder Teamchef unterstützte, unterstützt er mit der Franz-Beckenbauer-Stiftung behinderte und unverschuldet in Not geratene Menschen. Als einer der populärsten Spieler nützt Beckenbauer seine Bekanntheit auch für Medienauftritte und auch mit zahlreichen Fouls bezüglich seines ereignisreichen Privatlebens konnte der Kaiser nie gestürzt werden. Nicht nur sein spielerisches Können im Umgang mit dem Leder und seine organisatorischen Fähigkeiten machen Franz Beckenbauer zur Ausnahmeerscheinung, vor allem seine Persönlichkeit bringt in immer wieder in „Ballbesitz“, der Kaiser beherrscht Spiel und Spielfeld durch „eine geglückte Mischung aus Selbstbewusstsein, Sensibilität und Bescheidenheit", (Bundeskanzler Gerhard Schröder) - und dieses Ergebnis verlangt nach einer Verlängerung.

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