Eusébio: Die “schwarze Perle” des portugiesischen Fußballs

Eusébio, Portugals “schwarze Perle”, wie die Kultfigur des portugiesischen Fußballs wegen ihrer schwarzen Hautfarbe genannt wurde, wurde am 25. Januar 1942 in Lourenco Marques in der Kolonie Portugiesisch-Ostafrika, dem heutigen Maputo in Mosambik, als Eusébio Ferreira da Silva geboren. Dort lernte er, wie er selbst erzählte, „barfuß mit einem Ball aus zusammengeflickten Lumpen“ Fußball zu spielen. Sein erster Verein war Sporting Lourenco Marques, eine Zweigstelle von Sporting Lissabon, von dessen Trainer er 1957 entdeckt und drei Jahre lang ausgebildet wurde.

1960 wagte Eusébio als einer der ersten Spieler aus Afrika den Sprung nach Europa. Allerdings war es Benfica Lissabon, das es schaffte, den erst 18-jährigen seinem großen Rivalen Sporting wegzuschnappen. Entdeckt hatte ihn der ehemalige brasilianische Mittelfeldspieler José Carlos Bauer, der ihn seinem ehemaligen Trainer Béla Guttmann, der zu dieser Zeit Trainer bei Benfica war, weiterempfahl.

Von 1960 bis 1975 spielte Eusébio für Benfica Lissabon, schoss dort 727 Tore in 715 Spielen, gewann 11 Meisterschaften, fünfmal den Pokal und einmal, 1962, den Pokal der Landesmeister. Mit zwei Toren zum 5:3-Endstand war er dabei maßgeblich an dem Sieg über Real Madrid beteiligt.

Wie sehr Benficas Erfolge von Eusébio abhingen, zeigen auch die persönlichen Ehrungen, die dem „Schwarzen Panther“, wie er auch genannt wurde, zuteil wurden: Siebenmal wurde er portugisiescher Torschützenkönig, 1965 Europas Fußballer des Jahres und 1968 und 1973 gewann er den Goldenen Schuh der Uefa. Eusébios Markenzeichen waren dabei seine schnellen Dribblings und sein kraftvoller, geradliniger Schuss, “als zöge er einen Feuerstreif über das Spielfeld“, wie Karl-Heinz Huba es in „Die Großen im Sturm“ beschrieb.

Zu Eusébios größten Spielen gehört zweifellos das Achtelfinale gegen Nordkorea bei der WM 1966 in England, als er das Spiel nach einem 0:3-Rückstand mit vier Treffern drehte (Endstand 5:3). Mit neun Toren wurde er auch Torschützenkönig dieser WM und scheiterte erst im Halbfinale am späteren Weltmeister England. Für die portugiesische Nationalmannschaft schoss er insgesamt 41 Tore in 64 Spielen.

Mehrfach hat Eusébio den Verein wechseln wollen, doch mit der Forderung von Ablösesummen in astronomischer Höhe wusste die Vereinsführung dies stets zu verhindern. Erst 1975, als er aufgrund einer Knieverletzung bereits glaubte, niemals mehr Fußball spielen zu können, ließ man ihn ziehen, und Eusébio ging nach Nordamerika, wo er u.a. bei Boston Minutemen, CF Monterrey und Toronto Metros-Croatia spielte, mit denen er 1976 die North American Soccer League gewann.

Obwohl immer wieder betont wird, wie Eusébio von der Vereinsführung von Benfica ausgebeutet wurde, fühlt er sich dem Verein auch heute noch verbunden und arbeitete dort seit 1980 zunächst als Trainer der Nachwuchsmannschaften und seit 1992 als Funktionär und Berater.